Seite drucken

Häufig gestellte Fragen rund um das Thema Absicherung von Geothermiebohrungen:

 

 

Bohrunternehmen – Planer – Geologen sind an der Bohrung beteiligt;
Kommen diese für entstehende Schäden auf?

 

Wenn Bohrunternehmen, Planer oder beteiligte Geologen einen Schaden verschulden, haften  sie auch für die Folgen und müssen die Kosten der Wiederherstellung tragen. Der Grundsatz stimmt.

 

Wenn alle beteiligten Unternehmen ihrer beruflichen Sorgfaltspflicht nachkommen, ist eine Haftung aber nahezu ausgeschlossen. Und wo keine Haftung, da auch kein Versicherungsschutz über die Haftpflichtversicherung des Bohrers, des Planers oder Geologen.

 

Wahrscheinlicher jedoch ist sogar, dass zwar ein Bohrunternehmen den Schaden schuldhaft verursacht, man dies aber nur sehr schwer in einem langwierigen Prozess oder schlimmstenfalls gar nicht nachweisen kann.

 

Solange keine Haftung vorliegt oder nachgewiesen werden kann, gehen Schäden „aus Grund und Boden“ zu Lasten des Bauherrn / Auftraggebers.

 

Warum reicht eine Bauherren-Haftpflicht-Versicherung nicht aus?

 

Die Haftpflichtversicherung des Bauherrn bietet nur Schutz, wenn auch ein Verschulden des Bauherrn vorliegt. Das bedeutet, dass der Bauherr selbst einen Schaden bei Bohrarbeiten verursachen müsste, bei dem das Gebäude eines Nachbarn beschädigt wird.

 

Zudem sind in Haftpflichtversicherungen folgende Bereiche generell nicht versichert:

  • Bergrecht (bei allen Bohrungen, die tiefer als 100 Meter reichen)

  • Allmählichkeitsschäden, die nicht plötzlich, sondern über einen längeren Zeitraum eintreten.

 

Haftpflichtversicherungen schützen immer Dritte (also fremde Personen). Der Schaden, der einem Bauherrn selbst durch eine Bohrung am eigenen Gebäude entstehen kann (sogenannter Eigenschaden), wird nicht ersetzt.

 

Warum reicht eine Bauleistungs-Versicherung nicht aus?

 

Die Bauleistungs-Versicherung schützt in erster Linie die versicherte Baumaßnahme bei Schäden, die unvorhersehbar sind und während der Bauzeit auftreten. Dazu zählen insbesondere Schäden durch höhere Gewalt wie zum Beispiel Hochwasser oder Sturm, aber auch Schäden durch Vandalismus, durch Konstruktions- und Materialfehler, Fahrlässigkeit und Ähnliches.

 

Inwieweit die Bohrungen hierunter fallen, sollte im Einzelfall mit dem Versicherer geklärt werden.

 

Schäden am vorhandenen Altbau oder in der Nachbarschaft sind nicht versichert.

 

Was ist eine Arteser-Versicherung? Was ist hier versichert?

 

Wie der Namen allerdings schon sagt, ist die Versicherungsleistung auf Schäden begrenzt die durch einen Arteser oder evtl. auch noch eines Gasaustritt entstehen.

Die am Versicherungsmarkt angebotenen Arteser-Versicherung sind relativ teuer und bieten nur für einen geringen Gefahrenkatalog Versicherungsschutz. Auch sind die angebotenen Versicherungssummen sehr gering. Ursprünglich kommt die Idee einer Arteser-Versicherung aus der Schweiz.

Mit dem Abschluß hörtkorn.geothermic haben Sie die Schäden, die durch das unvorhergesehene Anbohren eines unter Spannung stehenden Grundwasserleister (Arteser) sowie einer Gasblase im Rahmen der Gesamtversicherungssumme bis 1 Mio. EUR ebenfalls versichert.

 

Was ist eine verschuldensunabhängige Versicherung für Erdbohrungen?

Ob Bohrlochversicherung, verschuldensunabhängige Versicherung oder sonst eine Bezeichnung: mit hörtkorn.geothermic haben Sie das Original gefunden.

Bereits Anfang der 2010er-Jahre haben wir gemeinsam mit dem Bundesverband Wärmepumpe e.V., einem großen Brancheverband, diese Versicherungslösung erarbeitet.

Seit 2011 ist die sogenannte verschuldensunabhängige Versicherung oftmals Gegenstand der behördlichen Forderungen/Genehmigungen bei Erdsondenbohrungen in Baden-Württemberg. Daher ist hörtkorn.geothermic das erste Versicherungsprodukt, welches diese Forderung ganzheitlich erfüllt und seither ununterbrochen am Markt erhältlich ist!

 

Wie schließe ich die Versicherung (hörtkorn.geothermic) ab?

 

Der Bundesverband Wärmepumpe e.V. (BWP) bzw. die BWP Marketing & Service GmbH hat für die interessierten Bauherren einen Generalvertrag (Bohrlochversicherung hörtkorn.geothermic) abgeschlossen, wo Sie ohne viel Aufwand Ihr Projekt verbindlich zur Versicherung anmelden können.  

Sie können hier online den Versicherungsschutz beantragen und ein entsprechendes Versicherungszertifikat generieren. Dieses Versicherungszertifikat legitimiert Sie gemäß den einschlägigen Regelungen des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) Ihre Ansprüche in einem Schadenfall geltent zu machen.

Bitte beachten Sie, dass die Gültigkeit des Zertifikates an den rechtzeitigen Ausgleich der Prämienforderung gebunden ist.   

 

Kosten / Versicherungsbeitrag / Rechnung?

 

Der Versicherungsbeitrag für die Bohrlochversicherung hörtkorn.geothermic berechnet sich nach den Bohrmetern und unterscheidet sich ob das von Ihnen beauftrage Bohrunternehmen Mitglied beim Bundesverband Wärmepumpe e.V. ist oder nicht:

 

  • Prämie:               1,14 EUR - 1,22 EUR je laufender Bohrmeter,
                               zzgl. 19% gesetzl. Versicherungssteuer (= 1,35 EUR bis 1,45 EUR)
  • Mindestprämie:   231,00 EUR - 250,00 EUR ,
                               zzgl. 19% gesetzl. Versicherungssteuer (= 275,00 EUR bis 297,50 EUR)

 

Zusätzlich kann die Deckungserweiterung "Geothermic-PLUS" hinzugewählt werden, dessen Deckungsumfang wir weiter unten in dieser Rubrik für Sie erläutern. Der Mehrbeitrag für diesen Baustein beträgt 59,50 € (inkl. 19% gesetzl. Versicherungssteuer).

 

Ihr individueller Versicherungsbeitrag wird im Rahmen der Zertifikats-Anforderung ausgewiesen, so dass Sie bereits von Anfang an die genauen Kosten kennen.

 

Der Versicherungsbeitrag ist eine Einmalprämie, d.h. die Versicherungsprämie wird einmalig auf Basis der von Ihnen angegeben Projektdaten erhoben. Weitere Prämienforderungen/Kosten entstehen nicht.

Auf dem Versicherungszertifikat, welches sich online generiert, ist die Rechnung am Ende der zweiten Seite aufgedruckt. Bitte begleichen Sie die dort genannte Einmalprämie unter Angabe Ihrer Zertifikatsnummer auf die ebenfalls genannte Bankverbindung.

 

Voraussetzungen für den Versicherungsschutz sind:

  • Bohrunternehmen muss Fachfirma nach DVGW-Merkblatt W 120 sein. Dies garantiert eine hohe Qualität von Mitarbeitern und Bohrequipment.
  • Auslegung und Ausführung der Erdwärmesondenanlage muss entsprechend den technischen Vorschriften und Regeln, insbesondere nach der Richtlinie VDI 4640 (thermische Nutzung des Untergrundes) durchgeführt werden.
  • Die geologisch-hydrogeologische Aufnahme der Bohrung mit allen Ergebnissen muss  protokolliert werden.
  • Die Endteufe darf nicht tiefer als 200 m liegen.

 

Bei Verstoß gegen die genannten Punkte ist der Versicherer zur Kündigung des Versicherungsvertrags berechtigt oder bei Schäden ganz oder teilweise leistungsfrei.

 

Was ist versichert?

Der Versicherer leistet bei unvorhergesehen eintretenden Beschädigungen oder Zerstörungen von Sachen (wie beispielsweise Gebäuden / Inhalt von Gebäuden) einschließlich Flora und Fauna (Eigen- und / oder Drittschäden) durch Bohrvorhaben, welche zur Erstellung von Erdwärmesonden dienen.

 

Der Versicherer leistet insbesondere Entschädigung für Sachen bei Schäden durch

  • Erdhebung, Erdsenkung

  • Erdbeben, Erdrutsch

  • Anschnitt von artesisch gespannten Grundwasserleitern (Überflutung, Langzeitveränderung am regionalen hydraulischen Regime)

  • Gasaustritt

  • Eintrag mikrobiologischer Verunreinigungen (ggf. Verschleppung und Ausdehnung von Verschmutzungen)

  • Hydraulischen Kurzschluss zweier getrennter Grundwasserstockwerke (ggf. Veränderung der Grundwassereigenschaften; Salzaufstieg)

 

Mitversichert gelten auch die Kosten für:

  • Aufräumung und Entsorgung von Sachen
  • Baugrund und Bodenmassen
  • Dekontamination und Entsorgung von Erdreich
  • Bewegungs- und Schutzmaßnahmen
  • Provisorische Schutzmaßnahmen
  • Hotelkosten
  • Schadensuche
  • Rechtsschutz bei unbegründeten Ansprüchen Dritter
  • Sachverständige / Experten
  • Arteserverschluss
  • Umsonst aufgewandte Bohrungen
  • Stillstand von Bohrequipment

 

 

Der rechtsverbindliche Versicherungsumfang ergibt sich ausschließlich aus dem Versicherungsvertrag.

 

Was ist Geothermic-PLUS?

 

Sofern vereinbart, werden Umbaukosten und/oder Kosten für die Neuinstallation des Heizungssystems entschädigt, sofern nach einem versicherten Schadenereignis (z.B. Anbohren eines Artesers) die Fertigsstellung der Erdsonde durch eine behördliche Anordnung untersagt wird. Die Entschädigungsleistung für diesen Baustein ist auf maximal 5.000 € begrenzt.

Die Mehrprämie für diese Erweiterung beträgt 59,50 € (inkl. 19% gesetzliche Versicherungssteuer).

(HINWEIS: Diese Deckungserweiterung ist nicht Gegenstand der behördlichen Forderungen in Baden-Württemberg oder der MAP/BAFA-Förderung hinsichtlich einer sog. verschuldensunabhängigen Versicherung!)

  

Was ist nicht versichert?

 

Der Versicherer leistet ohne Rücksicht auf mitwirkende Ursachen keine Entschädigung für Schäden durch

  • Schäden die nicht unvorhergesehen sind oder bereits eingetreten sind
  • Vorsatz des Versicherungsnehmers oder seiner Repräsentanten,
  • Krieg,
  • innere Unruhen,
  • Terrorakte,
  • Kernenergie.

 

Der rechtsverbindliche Versicherungsumfang ergibt sich ausschließlich aus dem Versicherungsvertrag.

 

Was mache ich in einem Schadenfall?

 

Informieren Sie bitte unverzüglich die im Versicherungszertifikat benannten Stellen. Im Versicherungszertifikat ist das Verhalten im Schadenfall beschrieben. Bitte beachten Sie diese Vorgaben.

 

Einer unserer ersten Schritte nach Ihrer Schadensmeldung wird die Kontaktaufnahme mit Ihnen sein. Wir werden dann gemeinsam eine Bestandsaufnahme vornehmen und weitere Schritte abstimmen.

 

Was ist, wenn ein Schaden erst eine Weile nach der Bohrung auftritt?

 

Sie haben nach Ende der Bohrung noch eine Nachhaftungszeit von 24 Monaten. Alle Schäden, welche in dem Zeitraum durch die Bohrung verursacht werden, sind versichert.

 

Ich bin Bohrunternehmer, Planer oder SHK-Unternehmer und möchte für meine Kunden die Anmeldung übernehmen. Ist das möglich?

 

Ja, generell kann jeder anmelden. Lediglich die Voraussetzungen für den Versicherungsschutz müssen erfüllt sein und der Bohrer muss gelistet sein. Ob der Bohrer gelistet ist, können Sie bei der Anmeldung zum Zertifikat entnehmen (Pull-Down-Menü).

Wir empfehlen aber, dass der Bauherr die Anmeldung bzw. die Prämienzahlung übernimmt. So kann sich der Bauherr die möglicherweise anfallende Mehrwertsteuer sparen!

 

Mein favorisierter Bohrer ist bei der Zertifikatsanmeldung nicht gelistet. Was soll ich nun machen?

 

In dem Fall müssen Sie auf einen der genannten Qualitätsbohrer ausweichen.

Wenn Ihr Bohrer ebenfalls gelistet werden möchte, bitten wir um Kontaktaufnahme. Gerne informieren wir über das weitere Vorgehen. 

 

Ich habe nun das Zertifikat erstellt. Erhalte ich noch eine Rechnung oder einen sonstigen Nachweis zum Versicherungsschutz?

 

Nein, durch das erstelle Zertifikat ist Ihre Bohrung zum Rahmenvertrag rechtsverbindlich angemeldet. Durch Ausgleich der auf dem Zertifikat genannten Prämie tritt der Versicherungsschutz in Kraft!

 

Was ist, wenn sich die Bohrdauer verlängert oder die Bohrtiefe ändert?

 

Sollte sich zwischen der Anmeldung der Erdsondenbohrung und der Druchführung Änderungen z.B. an der Bohrtiefe oder auch am Beginn/Ende der Bohrung ergeben, bitten wir um Information.

Die Kontaktdaten stehen auf Ihrem Zertifikat. Teilen Sie uns am Besten per eMail die Änderungen mit oder rufen Sie uns an. Gerne aktualisieren wir schnell & unbürokratisch Ihr Zertifikat.

 

Förderung einer Erdsondenbohrung über das Marktanreizprogramm (MAP)

 

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) belohnt den Einbau einer effizienten Wärmepumpe mit attraktiven Fördersummen.

Die seit 2012 geltenden Förderbedingungen werden am 1. April 2015 von einer neuen Förderrichtlinie abgelöst. Sofern hier eine verschuldensunabhängige Versicherung gefordert wird, können wir diese Anforderungen erfüllen.

Details über die Förderungen finden Sie beim Bundesverband Wärmepumpe e.V. (BWP) auf dessen Internetseite / Rubrik Wärmepumpe > Verbraucherportal (LINK).

Selbstverständlich wird die Bohrlochversicherung hörtkorn.geothermic von der BAFA als verschuldesunabhängige Versicherung akzeptiert!

 

Meine Angaben werden im Versicherungszertifikat nicht dargestellt?

 

Die von Ihnen angegeben Projetkdaten (Bohrunternehmen, Ort der Bohrung etc.) werden in dem generierten Versicherungszertifikat genannt.

Jeder Browser verwendet ein eigenes Darstellungsprogramm als Plug-In. So kann es zu Fehler in der Darstellung kommen. Dies können wir leider nicht verhindern. Speichern Sie in dem Fall der PDF und öffnen Sie es neu direkt im Original Acroabt Reader von Adobe:

Um das Versicherungszertifikat vollständig und fehlerfrei lesen zu können, benötigen Sie das Programm "Acrobat Reader", das Sie kostenlos auf der Internetseite www.adobe.com/de/ herunterlagen können. Der "Acrobat Reader" von Adobe ist ein kostenloses Programm zum Anzeigen und Drucken von Dateien im Portable Document Format (PDF). Dieses Format gewährleistet optimale Darstellung und Druck - unabhängig vom verwendeten Betriebssystem und der technischen Ausstattung.